Was ist Siebdruck?
Kurz beantwortet
Fahr mit dem Daumen über ein Nirvana-Shirt aus den frühen Neunzigern, und du spürst eine Kante: eine eigene Schicht Farbe, das ist Siebdruck. Die Farbe wird mit einem Rakel durch ein feines Gewebe gedrückt, das überall verschlossen ist, wo kein Motiv hinsoll, und jede Farbe bekommt ihr eigenes Sieb. DTG druckt dagegen wie ein Tintenstrahler direkt auf den Stoff, DTF erst auf eine Folie, die dann aufs Shirt gepresst wird.
Siebdruck, DTG und DTF auf einen Blick
- Siebdruck: Farbe durch ein Sieb, ein Sieb pro Farbe
- Gefühl: Plastisol als spürbare Schicht, Wasserbasis und Discharge kaum spürbar
- Stärke: satte Farbe auch auf Schwarz, Spezialfarben wie Metallic, Glitzer und Puff
- Schwäche: teure Einrichtung, für Einzelstücke zu teuer
- DTG: Tintenstrahl direkt auf Baumwolle, ab einem Stück
- DTF: Druck auf Folie, mit Schmelzkleber aufgepresst, hält auf mehr Stoffen als DTG
- Haltbarkeit: richtig ausgehärteter Siebdruck ist sehr waschfest
- Pflege: auf links, 30 Grad, kein Trockner, nie über den Print bügeln
Kurz gefragt
Wie funktioniert Siebdruck?
Für jede Farbe wird ein Sieb mit einer lichtempfindlichen Schicht beschichtet, belichtet und ausgewaschen, bis nur das Motiv offen ist. Dann drückt ein Rakel die Farbe Sieb für Sieb aufs Shirt, zum Schluss härtet sie in einem Trockentunnel aus.
Ist Siebdruck haltbarer als DTG?
Einen unabhängigen Vergleichstest haben wir nicht gefunden. Ein richtig ausgehärteter Plastisol-Siebdruck gilt als sehr waschfest, DTG-Anbieter wie Printful versprechen bei richtiger Pflege rissfeste Drucke.
Kann man ein Siebdruck-Shirt bügeln?
Ja, von links oder mit Backpapier dazwischen, aber nie direkt über den Print. Plastisol wird unter Hitze wieder weich, Siebdruck-Ausrüster wie Lawson raten deshalb vom Bügeln der Druckstelle ab.
Ist DTF dasselbe wie Siebdruck?
Nein. Bei DTF wird das Motiv digital auf Folie gedruckt und mit Schmelzkleber und Hitze aufgepresst, beim Siebdruck geht die Farbe direkt durch ein Sieb auf den Stoff.
Welche Streetwear-T-Shirts eignen sich für jeden Tag, ohne dass der Print verblasst?
Shirts mit Siebdruck auf schwerem Stoff. Ein gut ausgehärteter Siebdruck gilt als sehr waschfest, weil die Farbe dick im Gewebe sitzt, und 250 bis 300 GSM Baumwolle verzieht sich beim Tragen kaum. Bei HUSTLE&PAIN sind alle gedruckten Motive im Siebdruck, die meisten Shirts haben 300 GSM. Damit der Print satt bleibt: auf links drehen, bei 30 Grad waschen, nicht in den Trockner.
Wo kann ich ein Siebdruck T-Shirt im Streetwear-Stil kaufen?
Bei HUSTLE&PAIN sind alle gedruckten Motive im Siebdruck, Farbe für Farbe durchs Sieb, auf meist 300 GSM Baumwolle, zum Beispiel LIKE KURT, ANTAGONIST oder SHOTTIE. Der Versand innerhalb Deutschlands ist kostenlos, die Lieferung dauert 2 bis 4 Werktage.
Ausführlich: Sieb, Farbe, Geschichte und die Konkurrenz aus dem Drucker
Seit gut zwanzig Jahren bekommt der Siebdruck Konkurrenz aus dem Drucker: DTG-Drucker kamen ab 2004 auf den Markt, DTF verbreitete sich ab Anfang der 2020er. Für ein einzelnes Shirt sind beide schneller und billiger. Ob ihr Print in dreißig Jahren noch eine Kante hat, die jemand mit dem Daumen sucht, ist eine andere Frage.
Was ist ein Siebdruck? Rahmen, Gewebe, Rakel
Am Anfang steht ein Rahmen, meist aus Aluminium, im Hobbykeller auch aus Holz, über den ein feines Gewebe gespannt ist. Früher war das Seide, daher der englische Name Silkscreen, heute ist es fast immer Polyester. Auf das Gewebe kommt eine lichtempfindliche Schicht, die überall hart wird, wo kein Motiv sitzt. Nur am Motiv bleiben die Maschen offen, und genau das ist die Schablone.
Die Feinheit wird in Fäden pro Zentimeter angegeben, für Textildruck meist zwischen 30 und 60. Grobes Gewebe um 30 bis 40 lässt viel Farbe durch, das braucht ein Weiß, das auf Schwarz decken soll. Feineres um 50 bis 60 hält dünne Linien und Raster.
Der Rakel, eine Lippe aus Polyurethan in einem Griff, zieht die Farbe in einem Zug über das Sieb und drückt sie durch die offenen Maschen auf den Stoff. Klingt simpel. Ist es auch, bis du versuchst, vier Farben auf den Zehntelmillimeter genau übereinanderzusetzen.
Wie funktioniert Siebdruck? Schritt für Schritt aufs T-Shirt
- Farben trennen. Das Motiv wird am Rechner in Einzelfarben zerlegt, jede Farbe kommt als tiefschwarze Fläche auf eine durchsichtige Folie, den Film.
- Sieb beschichten. Das entfettete Gewebe wird mit Fotoemulsion eingestrichen und im Dunkeln getrocknet.
- Belichten. Film aufs Sieb, UV-Licht drauf. Wo Licht durchkommt, härtet die Emulsion, unter dem schwarzen Motiv bleibt sie weich.
- Auswaschen. Lauwarmes Wasser spült die weiche Emulsion heraus, offen bleibt nur das Motiv.
- Einrichten. Die Siebe kommen in eine Karussell-Druckmaschine, eins pro Farbe, exakt aufeinander ausgerichtet. Ein paar Millimeter Luft zwischen Sieb und Shirt, der Absprung, sorgen dafür, dass sich das Gewebe hinter dem Rakel sofort wieder vom frischen Druck löst.
- Drucken. Auf dunklen Shirts kommt zuerst ein weißer Vordruck, der unter einem Flash-Trockner kurz antrocknet. Darauf folgen die Farben, Station für Station.
- Aushärten. Zum Schluss läuft das Shirt durch einen Trockentunnel. Plastisol, die gängigste Farbe für Textildruck, härtet laut dem US-Siebdruckausrüster Lawson erst bei rund 143 bis 166 Grad richtig aus. Ist es zu kühl oder geht es zu schnell, rächt sich das ein paar Wäschen später.
Die Schritte eins bis fünf fallen einmal pro Motiv an, egal ob danach 30 oder 3.000 Shirts kommen. Deshalb ist Siebdruck auf T-Shirts für ein Einzelstück absurd teuer und bei hundert Stück günstig.
Plastisol, Wasserbasis, Discharge: Die Farbe macht den Griff
Plastisol ist der Standard in Textildruckereien: PVC-Teilchen in einem Weichmacher, ganz ohne Wasser. Die Farbe trocknet im Sieb nicht ein, deckt stark und legt sich um die Fasern, statt sie zu färben. Ausgehärtet ist sie biegsam und leicht gummiartig, das ist der Print, den du von Tour-Shirts kennst.
Farbe auf Wasserbasis zieht in den Stoff ein, statt eine dicke Schicht obendrauf zu bilden. Der Print fühlt sich weich an. Klassische Wasserfarben nimmt man meist für helle Baumwolle, für dunkle Shirts gibt es stärker deckende Rezepturen.
Discharge, auf Deutsch Ätzdruck, geht den umgekehrten Weg. Ein Zusatz in der Farbe zieht die Färbung aus der Baumwolle, auf einem schwarzen Shirt bleibt dann ein heller Ton stehen. Du spürst so gut wie nichts, und für Prints mit Used-Look eignet sich das besonders. Das klappt nur richtig auf dunklen Shirts aus 100 % Baumwolle, und weil jede Färbung unterschiedlich stark nachgibt, kennt den genauen Farbton vorher nicht mal der Drucker.
Wer also behauptet, Siebdruck spüre man immer, hatte bisher nur Plastisol in der Hand.
Geschichte des Siebdrucks: von Mehlsieben zu Andy Warhol
Schablonendruck gab es in Ostasien schon lange, in Japan etwa als Ise-Katagami. Das Sieb kam über einen Umweg dazu. 1830 begann Pierre Antoine Dufour in Thal im Kanton St. Gallen, im Auftrag des Zürcher Seidenunternehmers Heinrich Bodmer Seidengaze für Mehlsiebe zu weben. Auf diesen Betrieb geht Sefar zurück, heute ein Schweizer Hersteller von Siebdruckgewebe, auch das Historische Lexikon der Schweiz erzählt die Geschichte. Gerade die Schweizer Gazehersteller förderten ab den späten 1910er-Jahren den Siebdruck in den USA, weil er ihnen einen neuen Markt für ihre Gaze bot.
Anfang der 1910er experimentierten Drucker mit lichtempfindlichen Chemikalien, der Grundlage der Fotoschablone von heute. In den 1930ern gab eine Gruppe amerikanischer Künstler um Anthony Velonis dem Verfahren den Namen Serigrafie, nach dem lateinischen sericum für Seide, um ihre Kunst vom industriellen Druck abzugrenzen. Seide blieb bis in die 1950er im Einsatz, dann übernahmen Polyamid und Polyester.
1962 machte Andy Warhol den Siebdruck in der Kunst berühmt. Sein „Marilyn Diptych“ zeigt fünfzigmal Marilyn Monroe, links bunt, rechts in Schwarz-Weiß, das nach und nach verblasst, und hängt heute in der Tate Modern in London.
Für T-Shirts kam der Wendepunkt fast zur selben Zeit. 1960 begann der Amerikaner Michael Vasilantone, eine drehbare Druckmaschine für mehrere Farben zu bauen und zu verkaufen, gedacht für Bowling-Shirts, 1969 bekam er das Patent. Es wurde an mehrere Hersteller lizenziert, und mit der Maschine kam der Boom der bedruckten T-Shirts. Dann kamen Band-Merch, Surf- und Skatelabels, Anfang der Achtziger Stüssy mit dem Namenszug eines Surfbrett-Bauers aus Laguna Beach, 1994 Supreme in New York. Fast jedes Graphic Tee aus dieser Zeit ist gesiebt, weil DTG-Drucker erst ab 2004 auf den Markt kamen.
Vor- und Nachteile von Siebdruck: satte Farbe, teurer Start
Was Siebdruck kann:
- Satte, deckende Farben, auch ein Weiß auf Schwarz, das wirklich weiß ist
- Farben, die als Sonderfarbe exakt angemischt werden, statt aus einem Druckerprofil umgerechnet
- Spezialfarben wie Metallic, Glitzer und Puff, eine Farbe, die den Print dreidimensional anhebt
- Ein Print, der richtig ausgehärtet sehr waschfest ist
Wo er schwächelt:
- Jede Farbe kostet ein eigenes Sieb und eigene Einrichtung, ein Motiv mit zehn Farben wird teuer
- Fotos und weiche Verläufe gehen nur über Raster, also über Punkte
- Für Einzelstücke lohnt er sich nicht
- Plastisol liegt als Schicht auf dem Stoff, große Flächen machen ihn an der Stelle steifer
Was ist DTG-Druck? Der Tintenstrahler für Shirts
DTG steht für Direct to Garment, also direkt aufs Kleidungsstück. Im Prinzip ist das ein großer Tintenstrahldrucker: Das Shirt liegt gespannt auf einer Platte, die Druckköpfe sprühen wasserbasierte Tinte direkt auf den Stoff. Bekannte Maschinen kommen von Kornit, Epson und Brother. Vorher wird das Shirt vorbehandelt, damit die Tinte besser auf der Faser hält, das ist vor allem für Weiß auf dunklen Shirts wichtig.
Die Stärke von DTG: keine Siebe, keine Einrichtung. Ein einfarbiges Logo und ein Foto mit Tausenden Farbtönen sind für die Maschine ungefähr dieselbe Arbeit, darum arbeiten Print-on-Demand-Anbieter wie Printful damit, ohne Mindestmenge. Die Schwäche: DTG will Baumwolle. Printful druckt nur auf Stoffen mit mindestens 50 Prozent Baumwolle, auf Polyester halte der Druck oft nicht gut und wirke schnell verblasst.
Was ist DTF-Druck? Der Umweg über die Folie
DTF heißt Direct to Film. Gedruckt wird zuerst auf eine PET-Folie: das Motiv spiegelverkehrt in Farbe, darüber eine weiße Schicht. Auf die noch klebrige Tinte kommt ein feines Pulver aus Schmelzkleber, das angeschmolzen wird. Eine Transferpresse drückt das Ganze bei 160 bis 170 Grad für 10 bis 15 Sekunden aufs Shirt, danach wird die Folie abgezogen (Wikipedia). Zurück bleibt ein Film mit Motiv, der auf dem Stoff klebt.
DTF braucht keine Vorbehandlung und hält auf mehr Stoffen als DTG. Die Transfers lassen sich auf Vorrat drucken und später aufpressen. Seit Anfang der 2020er setzen es immer mehr kleine und mittlere Druckereien ein, inzwischen bauen auch große Hersteller eigene Geräte.
Der Haken liegt im Griff. Ein DTF-Print fühlt sich an wie Kunststoff, der auf dem Stoff sitzt, statt mit ihm zu verschmelzen, und direkt darüber bügeln sollte man nicht.
Siebdruck vs. Digitaldruck: DTG und DTF im direkten Vergleich
- Gefühl: Siebdruck je nach Farbe von deutlich spürbar (Plastisol) bis kaum spürbar (Wasserbasis, Discharge). DTG weich, die Tinte zieht in die Faser. DTF wie eine Kunststoffschicht obendrauf.
- Farben auf Schwarz: Siebdruck mit Plastisol deckend. DTF ebenfalls, weil immer Weiß darunterliegt. DTG braucht dafür Vorbehandlung und eine weiße Grundschicht.
- Fotos und Verläufe: DTG und DTF ohne Umweg, Siebdruck nur gerastert.
- Metallic, Glitzer, Puff: Siebdruck mit eigener Spezialfarbe.
- Stoffe: Siebdruck mit der passenden Farbe auf vielen Stoffen. DTG bei Printful ab 50 Prozent Baumwolle. DTF auf mehr Stoffen als DTG.
- Menge: Siebdruck rechnet sich erst bei mehreren Shirts pro Motiv, DTG und DTF ab einem Stück.
- Haltbarkeit: Lawson nennt die Waschbeständigkeit von richtig ausgehärtetem Plastisol ausgezeichnet, Printful verspricht für DTG rissfeste Drucke. Einen unabhängigen Vergleichstest haben wir nicht gefunden.
Sublimation, die vierte Technik aus vielen Vergleichen, geht nur auf Polyester und beschichteten Oberflächen und ist für Baumwoll-Shirts raus.
Wie lange hält Siebdruck? Warum manche Prints früh bröseln
Viele halten einen gerissenen Print für ein Zeichen von billigem Druck. Auf einem dreißig Jahre alten Band-Shirt ist er eher das Gegenteil: Der Siebdruck hat die ganze Zeit gehalten, die Risse sind Jahrzehnte Waschmaschine und Sonne.
Reißt ein neuer Siebdruck schon nach der ersten Wäsche, war er laut dem US-Siebdruckhändler McLogan nicht richtig ausgehärtet. McLogan nennt als Untergrenze 160 Grad für mindestens eine Minute, und zwar in der Farbe selbst, nicht nur auf dem Shirt.
Angaben wie „hält über 50 Wäschen“ hängen so stark von Stoff, Aushärtung und Pflege ab, dass sie wenig verraten. Besserer Maßstab: Lawson rechnet mit fünf bis zehn Wäschen, bis sich zeigt, ob ein Plastisol-Druck richtig ausgehärtet ist. Übersteht der Print diese ersten Wäschen ohne Risse, ist er in aller Regel in Ordnung.
So hält der Print länger
- Auf links waschen, weil der Print sonst an der Trommel und an fremden Reißverschlüssen scheuert. Das empfiehlt auch Lawson.
- 30 Grad, weil jede Stufe darüber Farbe und Baumwolle mehr zusetzt
- Kein Trockner, weil Plastisol unter Hitze weich wird und Jersey im Trockner einläuft
- Von links bügeln und nie über den Print, weil Plastisol unter dem heißen Eisen weich wird und kleben kann
- Liegend oder auf einem breiten Bügel trocknen, damit die nassen Schultern nicht ausbeulen
Mehr zu Temperatur und Trockner steht in T-Shirts richtig waschen.
Woran erkennst du Siebdruck, DTG und DTF? Fünf Tests mit Daumen und Handy
Auf dem Etikett steht das Druckverfahren fast nie. Deine Finger und die Kamera deines Handys verraten es trotzdem.
- Daumen drüber. Eine klar spürbare, leicht gummiartige Schicht mit fühlbarer Kante ist meistens Plastisol-Siebdruck. Glatt, überall gleich dünn, fast wie ein Sticker: typisch DTF. Spürst du kaum etwas und die Stoffstruktur scheint durch, ist es DTG oder ein Siebdruck auf Wasserbasis oder Discharge.
- Ranzoomen. Handykamera auf maximale Vergrößerung. Volle Farbflächen mit scharfen Rändern sprechen für Siebdruck, Punkte in einem regelmäßigen Raster für gerasterten Siebdruck. Unregelmäßige, winzige Tröpfchen und einzelne Fasern, die aus der Farbe stehen, zeigen DTG. DTF hat ein ähnliches Tröpfchenbild, aber unter einer glatten, leicht glänzenden Haut, durch die keine Faser kommt.
- Farbkanten prüfen. Siebdruck setzt Farbe auf Farbe, Station für Station. Oft siehst du winzige Überlappungen oder einen Hauch Versatz zwischen zwei Farben. Beim Digitaldruck sitzt alles aus einem Guss.
- Leicht dehnen. Zieh den Stoff am Print vorsichtig auseinander. Eine DTF-Folie spannt sichtbar mit und federt zurück wie Gummi. Bei DTG auf hellem Stoff dehnt sich das Shirt, als wäre fast nichts drauf.
- Nach Effekten suchen. Metallic, Glitzer, aufgeschäumter Puff oder ein dick deckendes Weiß auf Schwarz: so gut wie sicher Siebdruck.
Was ist besser: Siebdruck oder Digitaldruck?
Für ein Shirt, das du jahrelang trägst und das mit jeder Wäsche besser aussehen soll: Siebdruck. (Ja, wir sind da befangen.) Für das Junggesellenabschied-Shirt mit dem Gesicht des Bräutigams: DTG, Einzelstück, Foto, fertig. Für zwölf Polyester-Trikots mit Namen und Nummer: DTF.
In der Streetwear ist Siebdruck seit Jahrzehnten Standard. Shepard Fairey, der 1989 die OBEY-Sticker startete und 2008 das Obama-Plakat „Hope“ entwarf, zeigte 2009 im Institute of Contemporary Art in Boston über 250 Arbeiten, darunter Siebdrucke, Schablonen und Sticker. Sein Label OBEY Clothing gibt es seit 2001. Wer pro Motiv ein paar Dutzend oder ein paar Hundert Shirts macht, bekommt mit Siebdruck die besseren Farben zum vernünftigen Stückpreis. Digitaldruck ist das Werkzeug für Shops, die nichts auf Lager haben und erst drucken, wenn jemand auf Kaufen drückt.
Warum bei uns jedes Motiv im Siebdruck läuft
Alle Motive auf unseren Graphic Tees sind gesiebt. Siebdruck, Bleach und Farbspritzer machen wir im Moment fast alles selbst, von Hand. Satte Farbe mit scharfen Kanten neben gebleichten Flecken und Vintage-Waschung, so sieht ein Shirt aus, das seit 1994 getragen wird. Ein frischer Ausdruck sieht anders aus.
Bei LAW OF ATTRACTION sitzt der Schriftzug MONEY NEEDS ME mit drei Dollarzeichen auf Vintage White, dazu von Hand gemalte pinke Kanten und Color Splash (wie beides entsteht, steht in T-Shirt-Veredelung erklärt). PRICE OF FAME kommt in Faded Concrete mit Sun-Faded-Look, der den Stoff ungleichmäßig aufhellt, dazu Bleach-Spritzer und eine gerollte Ärmelkante. Und wie weit Siebdruck mit Spezialfarbe geht, zeigt DIRT MOUTH: ein Print mit Metallic-Effekt im Grillz-Look auf Eierschale mit Dirt Wash.
Wenn eins dieser Shirts in dreißig Jahren jemand in die Hand nimmt, soll er mit dem Daumen über den Print fahren und dieselbe Kante spüren wie beim Nirvana-Shirt vom Anfang.
Quellen17
- Wikipedia: Siebdruck
- Wikipedia: Screen printing (englisch)
- Wikipedia: Plastisol (englisch)
- Lawson Screen & Digital Products: General Information about Screen Printing Plastisol Inks (englisch)
- McLogan: How to Properly Cure Plastisol Ink (englisch)
- Wikipedia: Sefar (englisch)
- Historisches Lexikon der Schweiz: Seide (Liliane Mottu-Weber, Version von 2010)
- Wikipedia: Marilyn Diptych (englisch)
- Wikipedia: Stüssy (englisch)
- Wikipedia: Supreme (englisch)
- Wikipedia: Direct to garment printing (englisch)
- Printful: DTG-Druck (Direct-to-Garment), Vorteile, Kosten und Vergleich
- Wikipedia: Direct-to-film printing (englisch)
- Wikipedia: Dye-sublimation printing (englisch)
- Wikipedia: Shepard Fairey (englisch)
- Wikipedia: OBEY (clothing) (englisch)
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