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Was ist Gothic Streetwear?

Gothic-Streetwear-Outfit als Flatlay: SHOTTIE T-Shirt, schwarze Flare Jeans, Lederjacke, Boots und Silberschmuck

Kurz beantwortet

Freitagabend, Einlass zu einem Rap-Konzert: Die ganze Schlange trägt Gothic Streetwear. Das ist Streetwear in Schwarz mit Ideen aus Gothic und Punk, also lange Shirts in Lagen, Leder, weite oder unten ausgestellte Jeans, schwere Boots und Silber. Die bekannteste Form heißt Opium Style, nach dem Plattenlabel Opium des Rappers Playboi Carti.

Gothic Streetwear auf einen Blick

  • Was: Streetwear in Schwarz, mit Ideen aus Gothic und Punk
  • Opium Style: die Rap-Version, benannt nach dem Label von Playboi Carti
  • Farben: Schwarz in mehreren Tönen, dazu Grau
  • Oben: ein langes Shirt, gern in Lagen, darüber Leder
  • Unten: weite Jeans oder Flare Jeans, die ab dem Knie breiter wird
  • Schuhe: schwere schwarze Boots mit dicker Sohle
  • Schmuck: Silber, ein Teil oder viele
  • Ruhig: ein schwarzes Outfit plus ein auffälliges Teil
  • Volle Montur: mit Schminke, Nieten, Kreuzen und Ketten, wann immer du willst

Kurz gefragt

Was ist der Unterschied zwischen Gothic und Gothic Streetwear?

Gothic ist eine Musikszene aus England, entstanden Anfang der 1980er. Dazu gehören Samt, Spitze, Korsett und viel Schminke. Gothic Streetwear nimmt davon vor allem das Schwarz und trägt es mit Shirt, Jeans und Boots.

Was ist Opium Style?

So heißt der Look rund um das Label Opium, das Playboi Carti 2019 gegründet hat. Typisch sind Schwarz, Leder, lange Lagen, sehr weite oder ausgestellte Hosen, Boots und Silber.

Hat Opium Style etwas mit Drogen zu tun?

Nein. Opium ist hier nur der Name eines Plattenlabels. Beim Stil geht es um Musik und Kleidung.

Was ist der Unterschied zwischen Opium Style und Grunge?

Grunge ist ausgewaschen, kariert und bequem, wie in Seattle um 1990. Opium ist schärfer: mehr Schwarz, mehr Leder, mehr Silber und Hosen mit viel Stoff unten.

Kann man Gothic Streetwear auch als Frau tragen?

Ja, fast alle Teile sind dieselben. Dazu passen lange Röcke, Radlerhosen unter langen Shirts und Plateau-Boots.

Welches T-Shirt passt zu Gothic Streetwear?

Ein schwarzes oder dunkelgraues Shirt aus schwerem Stoff, gern ausgewaschen und mit offenem Saum. Ist es lang genug, schaut es unter der Jacke hervor.

Ausführlich: Herkunft, Teile und Outfits

Die Schlange vor dem Konzert sieht von weitem gleich aus. Von nahem nicht. Jeder mischt die Teile anders, manche ganz ruhig, andere mit allem, was dazugehört. Hier liest du, woher der Look kommt und wie du deine eigene Mischung findest.

Woher kommt Gothic Streetwear?

Der Look hat drei Wurzeln: eine Musikszene in England, einen Straßentrend in New York und ein Plattenlabel in Atlanta.

Gothic: Musik aus England, Anfang der 1980er

Gothic war zuerst Musik. Die Szene entstand Anfang der 1980er in britischen Clubs. Ein wichtiger Treffpunkt war das Batcave in London, eröffnet 1982. Am Eingang stand ein echter Sarg.

Die Kleidung dazu: schwarzer Samt, Spitze, Netzstrümpfe, Leder, Korsett und Silberschmuck mit Kreuzen. Dazu kamen schwarz gefärbte Haare und dunkler Eyeliner, bei Frauen und Männern. In Deutschland siehst du diesen Look jedes Pfingsten in Leipzig. Seit 1992 treffen sich dort rund 20.000 Leute beim Wave-Gotik-Treffen.

Street Goth: Streetwear wird schwarz

Anfang der 2010er trugen Jugendliche in New York einen neuen Mix. Streetwear und teure Designerteile, aber fast nur in Schwarz. Das Magazin Complex schrieb darüber unter dem Namen „Street Goth“. Es zählte den Look zu den besten Trends 2012. Schminke und Nagellack gehörten nicht dazu.

Einer der ersten Designer mit diesem dunklen Stil war Rick Owens. Der Amerikaner hat seine Marke seit 1994 und zeigt seine Kollektionen seit 2003 in Paris. Seine Sachen sind meist einfarbig und oft asymmetrisch, also links anders geschnitten als rechts. Wie nah er der Gothic-Szene steht, zeigte er 2025. Seine große Ausstellung in Paris hieß „Temple of Love“, wie ein Song der Gothic-Band The Sisters of Mercy.

Opium: wie ein Plattenlabel zum Stil wurde

Playboi Carti ist ein Rapper aus Atlanta. 2019 gründete er sein eigenes Label und nannte es Opium. Zum Label gehören unter anderem die Rapper Ken Carson und Destroy Lonely und das Duo Homixide Gang.

Ihre Musik ist laut, verzerrt und düster. Sie baut auf Rage Rap auf, einer harten Rap-Richtung aus Atlanta. Dazu kommt viel Punk aus den 1970ern und 1980ern.

Den Look prägte vor allem ein Album. Am 25. Dezember 2020 erschien Cartis „Whole Lotta Red“. Darauf spielt er einen Vampir, der zugleich Rockstar ist. Die Idee kam aus Vampirfilmen wie „The Lost Boys“ von 1987. Das Cover erinnert bewusst an ein Punk-Heft aus den späten 1970ern. Es hieß Slash und war ein Fanzine, also ein Heft von Fans für Fans.

Richtig groß wurde der Look 2023. Da kam Destroy Lonelys Song „If Looks Could Kill“ heraus. Schon vorher ging ein Ausschnitt davon auf TikTok viral. Fans zeigten sich dazu in ihren Opium-Outfits, andere machten es nach. Destroy Lonely nennt seinen eigenen Stil übrigens „Glunge“: Designerteile, mit einem Schuss Grunge getragen. Wie Grunge funktioniert, steht in unserem Ratgeber Grunge Style.

Gothic, Opium, Grunge: Was ist der Unterschied?

Die Namen fliegen ständig durcheinander. So sortierst du sie:

  • Gothic: Musikszene aus England, ab Anfang der 1980er. Samt, Spitze, Korsett, Schminke.
  • Street Goth: New York, Anfang der 2010er. Streetwear und Designerteile in Schwarz, ohne Schminke.
  • Opium Style: Atlanta, ab 2019. Rap, Leder, Silber, lange Lagen, sehr weite Hosen.
  • Grunge: Seattle, um 1990. Flanellhemd, ausgewaschene Jeans, alles bequem und gebraucht.
  • Gothic Streetwear: der Sammelbegriff für dunkle Streetwear von heute. Viele sagen auch Dark Streetwear.

Was gehört zu Gothic Streetwear? Die Schlüsselteile

Diese sieben Punkte bilden die Basis. Was du dazunimmst, entscheidest du.

  • Schwarz in mehreren Tönen: Tiefschwarz, Washed Black und Anthrazit, also sehr dunkles Grau. Washed Black ist Schwarz, das durch Waschen leicht grau wirkt. Mehrere Töne geben dem Outfit Tiefe, ein einziges Schwarz wirkt wie aus einem Guss.
  • Ein langes T-Shirt: Es endet deutlich unter der Hüfte. Die Länge zieht den Look nach unten, und genau das will Gothic Streetwear.
  • Leder: eine Jacke, eine Hose oder Kunstleder. Der leichte Glanz fällt neben matter Baumwolle auf, ganz ohne Farbe.
  • Flare oder Stack Jeans: Eine Flare Jeans wird ab dem Knie breiter. Eine Stack Jeans ist extra lang und legt sich über dem Schuh in Falten. Beide liegen auf dem Boot auf, deshalb wirkt das Outfit unten schwer.
  • Schwere Boots: schwarz, mit dicker Sohle. Weite Hosen liegen auf ihnen auf. Mit dünnen Schuhen wirkt das Outfit unten leichter.
  • Silber: ein Ring, eine Kette, vielleicht ein Kreuz. Carti besitzt eine große Sammlung von Chrome Hearts. Die Marke macht vor allem Silberschmuck und fing 1988 in einer Garage in Los Angeles an. Ihr Logo ist ein Kreuz. Schon ein Teil fällt auf, weil Silber in all dem Schwarz am stärksten glänzt. Mehr Teile machen den Look lauter.
  • Gürtel mit Nieten: freiwillig. Bei sehr weiten Hosen zeigt er, wo die Taille ist.

Die Silhouette: drei Formen zum Nachmachen

Silhouette heißt Umriss. Stell dir vor, man sieht von dir nur den Schatten. Bei Gothic Streetwear gibt es drei Formen. Bei allen ist ein Teil extrem und das andere ruhig.

  1. Eng oben, weit unten: enges schwarzes Tanktop, sehr weite schwarze Hose, Boots, Nietengürtel. Das gilt als der klassische Opium-Look.
  2. Breit oben, eng unten: eine Jacke mit sehr breiten Schultern über einer engen Hose. Ruhiger wird es mit einer weiten Lederjacke über schmaler schwarzer Jeans.
  3. Lang über lang: ein langes Shirt über einer Flare Jeans, die auf den Boots aufliegt. Das ist die einfachste Form, weil du dafür keine Spezialteile brauchst.

Welche T-Shirts passen zu Gothic Streetwear?

Das Shirt ist die unterste Lage, und alles andere baut darauf auf. Gut passt eins, das schwer ist, lang genug und dunkel. Schwer heißt: viel Stoff pro Fläche. Bei Shirts misst man das in GSM, also Gramm pro Quadratmeter. Ab etwa 250 GSM fällt ein Shirt spürbar gerader und klebt weniger am Bauch.

  • SHOTTIE: Schwarz, oversized, 300 GSM. Der Saum ist absichtlich offen und leicht ausgefranst, das Label ist gestickt.
  • ENERGY: Washed Black, 250 GSM, locker geschnitten, aber nicht oversized. Ein gelbes Ausrufezeichen ist der einzige Farbpunkt.
  • YOKO ONO: Vintage Grey, extra lang, mit einer Waschung, die wie Marmor aussieht. Es ist wie ein Kimono geschnitten und hat deshalb keine Schulternaht. Auf dem Rücken sitzt eine Stickerei.

SHOTTIE und ENERGY findest du unter Schwarze T-Shirts. YOKO ONO gehört zu unserer aktuellen Kollektion Rockstar Attitude. Alle Shirts sind unisex, also für Herren und Damen geschnitten.

Gothic Streetwear mischen: vier Ideen

Schminke, Kreuze, Nieten und Ketten gehören zu echtem Gothic, und zusammen sind sie ein starker Look, an jedem Tag der Woche. Wenn du die Teile lieber mischst, helfen dir diese vier Ideen:

  1. Ein Teil mit Drama, der Rest ruhig. Zum Beispiel nur die Flare Jeans oder nur die Lederhose. So steht ein Teil im Mittelpunkt. Mit lauter Bühnenteilen wird das ganze Outfit zum Auftritt.
  2. Silber als Blickfang. Silber auf Schwarz wirkt sehr stark. Schon ein Ring und eine Kette werden gesehen, mit jedem weiteren Teil wird es lauter.
  3. Matt und Glanz mischen. Baumwolle zu Leder, Jeans zu glänzenden Boots. So hebt sich Schwarz von Schwarz ab. Ganz in Matt verschmilzt alles zu einer dunklen Fläche.
  4. Grau oder Tiefschwarz. Washed Black und Grau wirken bei Tageslicht weicher als Tiefschwarz. Tiefschwarz wirkt härter. Beides geht zu jeder Uhrzeit.

Schwarzer Nagellack gehört bei Opium oft dazu. Ob du ihn trägst, entscheidest du.

Gothic Streetwear für Herren: drei Outfits

  1. Schlicht: SHOTTIE, weite schwarze Jeans, schwarze Boots, ein Silberring. Das schwere Shirt fällt gerade, und der offene Saum sieht schon ein bisschen getragen aus.
  2. Lange Lagen: schwarzes Longsleeve, darüber YOKO ONO, dazu Flare Jeans und Boots. Das Grau zwischen zwei Schwarztönen macht die Lagen sichtbar. Ohne Schulternaht drückt auch unter einer Jacke nichts.
  3. Konzert: ENERGY unter einer Lederjacke, weite Cargohose, Boots, eine Silberkette. Eine Cargohose hat große Taschen an den Seiten. Das gelbe Ausrufezeichen bleibt der einzige Farbpunkt im Outfit, deshalb sieht man es sofort.

Gothic Streetwear für Damen: drei Outfits

  1. Lang und eng: YOKO ONO über einer schwarzen Radlerhose, dazu kniehohe Boots. Das lange Shirt wirkt dann fast wie ein Kleid.
  2. Mit langem Rock: ENERGY mit French Tuck zu einem langen schwarzen Rock, Nietengürtel, Boots. French Tuck heißt: Nur vorne steckt ein Stück Saum im Bund. So bleibt der Gürtel sichtbar. Wie der Tuck genau geht, steht in Oversized T-Shirt stylen.
  3. Opium klassisch: enges schwarzes Tanktop, sehr weite schwarze Hose, Plateau-Boots, eine Silberkette. Wer kein Tanktop mag, nimmt ein enges schwarzes Longsleeve. Hauptsache, oben eng und unten weit.

Und die Schlange vor dem Konzert? Dort steht jede Mischung, von der Jeans, die sich über den Boots staut, bis zur vollen Montur. Und alles davon geht am Freitagabend genauso wie am Montagmorgen.

Quellen14
  1. Wikipedia: Opium, Plattenlabel (englisch)
  2. Wikipedia: Whole Lotta Red (englisch)
  3. Wikipedia: Destroy Lonely (englisch)
  4. Wikipedia: Ken Carson (englisch)
  5. Wikipedia: Rick Owens (englisch)
  6. Wikipedia: Goth subculture (englisch)
  7. Wikipedia: Gothic fashion (englisch)
  8. Wikipedia: Chrome Hearts (englisch)
  9. Wikipedia: Wave-Gotik-Treffen
  10. Complex: Clothes Get Weirder, What is Street Goth? (10.01.2013, englisch)
  11. nss magazine: Der Aufstieg der Opium-Ästhetik (06.03.2024)
  12. Queen's Journal: The Opium aesthetic is spreading like wildfire (12.09.2023, englisch)
  13. Grazia Malaysia: Dark Luxury, the Opium Aesthetic (07.07.2026, englisch)
  14. 34th Street Magazine: This Is Not a MUSIC Review (28.05.2025, englisch)

Aus dem Artikel

SHOTTIE€75 Black 1 Farbe
YOKO ONO€75 Vintage Grey 1 Farbe
ENERGY€75 Washed Black 1 Farbe

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